23 Aug 2019

Kritik an Waldbesitzern ist zynisch (Leserbrief, NOZ, 17.08.2019)

Leserbrief „Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ)“ vom 17.08.2019

Zum Leserbrief von Andreas Peters, 1. Vorsitzender Nabu Osnabrück e. V. „Monokulturen aus reinem Profitden­ken“ (Ausgabe 24. Juli), erhielten wir folgenden Leser­brief von Johannes Meyer zum Alten Borgloh, 1. Vorsit­zender Kreisforstverband Osnabrück, in Bezug zum Artikel „Erneutes Katastro­phenjahr für Wälder“ (Aus­gabe vom 12.Juli).

„Die Einlassung des Nabu-Vorsitzenden ist nur noch als zynisch zu bewerten. Die Fak­ten sprechen eine andere Sprache. Die Dürre nach einem vorangegangenen Sturm (Friederike) ist eine Jahrhundert-Katastrophe, die in dieser Form seit Jahr­hunderten beispiellos ist!

Die Bäume und Wälder, die jetzt absterben, wurden vor 60 bis 120 Jahren gepflanzt. Die Tatsache, dass sie diesen langen Zeitraum gut gewachsen sind, zeigt, dass sie gut mit den Verhältnissen zurechtgekommen sind. Katastrophenabfolgen, Sturm, Dürre, Schädlinge, übersteht kein Wald. Ausge­rechnet die, von vermeintli­chen Naturschützern, so hochgelobte Buche hat mit der Dürre und nachfolgen­den Schädlingen größte Pro­bleme und stirbt flächig ab – da sie einen großen Wasser­bedarf hat.

Die Fichte kommt mit Tro­ckenheit übrigens gut zurecht, nur mit Borkenkä­ferplagen nicht. Gerade die Buche bildet, wenn der Wald­besitzer nicht eingreift, rie­sige Monokulturen! Weitere Laubbaumarten wie die Ulme werden gerade vom Ulmensplintkäfer an den Rand des Aussterbens gebracht. Dasselbe Schicksal erleidet auch die Esche, sie wird vom Eschentriebster­ben dahingerafft! Das zum Thema Laubholz. Diese Einflüsse kommen von außen auf die Waldbesit­zer zu und sind nicht von ihnen verursacht. Ich weiß nicht, wie man auf die Idee kommt, Waldbesitzer wür­den große Profite machen und aus Profitgier Bäume pflanzen. Die Wahrheit ist, dass wir über lange Zeit Defi­zite verkraften mussten, und wenn es gut ging, gerade Kos­tendeckung erreichten. […] Waldbesitzer haben über Jahrzehnte klaglos alle Steu­ern bezahlt, nebst Grund­steuern und anderen Grundbesitzabgaben.

In zivilisierten Staaten ist es üblich, in Not Geratenen mit Steuermitteln zu helfen, siehe Elbeflut mit zehn Mil­liarden Euro. Für die Forst­wirtschaft in Niedersachsen sind gerade mal drei bis vier Millionen Euro vorgesehen, nicht mal ein Prozent der oben genannten Summe. Der Gesamtschaden für die Waldbesitzer bewegt sich im dreistelligen Millionenbereich (vorsichtige Schät­zung). Meine größte Hochach­tung habe ich vor den vielen Waldbesitzern (allein im Landkreis Osnabrück 6500), die den Kopf nicht in den Sand stecken und die nächste Waldgeneration begründen […].“

Johannes Meyer zum Alten Borgloh Osnabrück

Stürme, Dürre und Schädlinge bedrohen die heimischen Wälder.